Bücher, Verläge und…

Werden gedruckte Bücher immer weniger verkauft bis sie dann total verschwinden?

Und was werden wir, Bücherfresser, dann machen?

Gute Frage..

Infolge der Wirtschaftskrise sollten zahlreichen Buchhandlungen und Büchereien schließen, da die Anzahl der Kunden gesunken war und ihre Schulden auch nicht mehr bezahlen konnten. Mehrere haben sich entschieden, unabhängig als Selbstverleger zu arbeiten, doch wurde das Problem an sich nicht gelöst, denn wenn man Selbstverleger ist, muss man auch selber Mitteln zur Finanzierung finden.

Jo Lendle, einer der wichtigsten deutschen Verleger unserer Zeit, sieht nicht so hoffnungsvoll aus, mindestens am Anfang einer Podiumsdiskussion, indem er festgestellt hat, dass „Ein großer Teil der Buchhandlungen wird untergehen. Am Ende des Tages werden wir weniger Buchhandlungen haben“. Kurz danach kriegte er jedoch im letzten Moment die Kurve und sagte, dass es seiner Meinung nach nicht unbedingt um einen definitiven Untergang des Verlags im Allgemeinen handelt, sondern dass man den Kunden eher anders ansprechen sollte und zwar durch die modernen Technologie.

Nicht zu schweigen, dass das gedruckte Buch langsam zum “fetish” wird, d.h. es ist wichtiger, wie das Buch aussieht, als was man drin schreibt. Die Hauptaufgabe besteht darin, Bücher zu verkaufen. Kurz und knapp: Je schöner und aufwändiger ein Buch ist, desto mehr verliert der Inhalt an Wichtigkeit.

Das Buch gilt dann nicht mehr als Hort der Kultur, der Bildung und des Gedankens, da die Aufmerksamkeit auf dem Objekt „Buch“ an sich steigert und viele Herausgeber verzichten daher auf Hardcover zugunsten der Erarbeitung von Leinenbindung und Vorsatzblätter. In dieser Hinsicht wird das gedruckte Werk zu einem kostbaren und verzierten Objekt. Inhalt und Funktion werden infolgedessen voneinander getrennt.

Aber heute fordern die Kunden eine neue Form der Kommunikation. In einem Onlineshop findet heute eine Interaktion zwischen Verleger und Leser in einer digital-automatisierten Form statt.

Kern aller Digitalisierungsbestrebungen muss sein, den Kunden ins Zentrum der Aktivitäten zu stellen, d.h. die moderne Technologie muss das Zusammenspiel mit den Lesern neu gestalten. Durch IT-Programme beispielsweise kann jeder Mitarbeiter in einem Verlag alle Daten über einen Kunden wissen und daher ihn persönlich unterstützen und beraten, z.B. mit personalisierten Website-Inhalten, nützlichen Apps für mobile Geräte und personalisierten E-Mail-Kampagnen.

Keine Sorge dann, das gedruckte Buch wird immer noch für eine lange Zeit erstellt aber man muss nicht vergessen, dass ein Verlag ihr Ziel nur erst erreicht, wenn er sich stärker dem Publikum zuwendet und den Leser schneller bedient.

Dies muss aber immer innerhalb von bestimmten Grenzen geschehen. Es ist nicht das erste Mal, dass sich jemand von Spam- und Werbung-E-Mails „gestalkt“ fühlt…

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